Noch ein paar Einfälle

1

Es geht um den Ein(zeln)en. Aber man muss betonen: um je den Ein(zeln)en.

2

Was meint man, wenn man sagt: „Ich meine es, z.B. mit je dem Ein(zeln)en, ernst“? Was ist – philosophischer – Ernst? Und was wäre, im Gegensatz oder vielleicht in Ergänzung da­zu, das spielerische Moment der Philosophie?

3

Sich mit der Natur zu versöhnen heißt auch, sich mit seinem eigenen Tod, seinem eigenen Scheitern zu versöh­nen. Das ist die schwierigste Aufgabe, die einem einzelnen Menschen, die uns Menschen bleibt.

4

In einem hat Kolakowski recht: Wir bewegen uns schon seit einigen Jahrhunderten, wenn nicht einem Jahr­tau­send auf eine Welt zu, in der das, was ist, allenfalls als Berechenbares ist, also auf einen allgemeinen Utilitaris­mus.

5

Durch Aufklärung der Vergangenheit allein lässt sich die Gegenwart nicht begreifen. (Ver­schrei­bung eines bekannten Goethe-Zitats aus dessen Annalen)

6

Schreiben ist immer ein Schreiben gegen das Scheitern, ein Akt des Widerstands.

7

Das solipsistische Vor-Sich-Hin-Schreiben – aber nicht für die Schublade, sondern für eine anonyme Menge – ist das glücklichste Schreiben, das ein Autor kennen kann. Er wird beim Wort, nicht bei seiner Person genommen.

Über Christian Kupke

Philosoph, Autor + Dozent
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